AlchemistKryptisch - Einfache Geheimschriften
Sicherlich hat jeder, der sich für Geheimschriften interessiert schon einmal ein Geheimalphabet aufgestellt. Man ersetzt jeden Buchstaben des Alphabets durch ein beliebiges Zeichen, Punkte, Runen oder andere Symbole, und kann so Texte vor Neugierigen Augen verbergen. Eines der bekanntesten Geheimalphabete ist der sogenannte Freimaurer-Code, dessen Schema hier abgebildet ist.
TranspositionAlle einfachen Verschlüsselungsverfahren beruhen entweder auf Vertauschung der Buchstaben der Nachricht untereinander (Transposition), oder auf Ersetzen der Buchstaben durch andere (Substitution) nach einem bestimmten Schema.Das einfachste Schema um die Buchstaben zu Vertauschen eignet sich hervorragend für Abenteur: Die Buchstaben werden einfach in umgekehrter Reihenfolge niedergeschreiben! NESEL UZ REWHCS NNAD TSI SAD. Man kann das Verfahren leicht etwas erschweren, indem man die Leerzeichen wegläßt, oder indem man immer nur Buchstabenpärchen vertauscht.
Dieses Verfahren läßt sich leicht folgendermaßen simulieren: Man schreibt dazu den Text zunächst Zeile für Zeile in eine Tabelle mit fester Spaltenzahl, in jede Spalte einen Buchstaben. Den so erhaltenen Text schreibt man Spaltenweise ab.
SubstitutionWeiter verbreitet, und leichter zu Handhaben als Transpositionsalgorithmen, ist das systematische Ersetzen der Buchstaben (Substitution). Im einfachsten Fall schreibt man sich dazu ein normales Alphabet auf, und darunter ein weiteres, geheimes mit vertauschten Buchstaben:
Der Klartext, also die Botschaft, die Verschlüsselt werden soll, wird dann mit den Buchstaben des geheimen Alphabets geschrieben:
Natürlich ist dieses Verfahren um nichts besser als eine Geheimschrift, die komische Zeichen an Stelle von Buchstaben verwendet. Trotzdem ist es die Grundlage aller Substitutionsalgorithmen (Verschlüsseln durch ersetzen).
Damit erhält man 25 verschiedene Schlüssel (der Buchstabe A verschlüsselt den Text nicht), die leicht auszutauschen sind. Allerdings genügt es auch alle 25 Schlüssel durchzuprobieren, um den Code zu knacken, was die Cäsar Verschlüsselung für Abenteuer geeignet erscheinen lässt. Im 16. Jahrhundert wurden sogar kleine Aperate gebaut, um die Chiffrierung nach dem Cäsar Code schnell durchführen zu können. Sie bestanden aus zwei konzentrischen Kreisscheiben, auf denen das Alphabet aufgezeichnet war. Durch Drehen der inneren Scheibe konnte man das gewünschte Codealphabet so leicht einstellen.
Das Vigenère QuadratDie bedeutendste Weiterentwicklung des Cäsar Codes ist das sogenannte Vigenèrequadrat. Es wurde von dem Franzosen Blaise de Vigenère (1523-1596, sprich "Wieschenär") entwickelt, und blieb 300 Jahre lang ungeknackt. Erst dem Engländer Charles Babbage (1791-1871) gelang 1854 die Entschlüsselung.
Der Vigenèrealgorithmus verwendet gleich alle 25 Alphabete des Cäsar Codes, aber statt eines einzigen Buchstabens, ist der Schlüssel jetzt ein Wort. Der erste Buchstabe des Klartextes wird mit dem ersten Buchstaben des Schlüsselwortes verschlüsselt, der zweite Buchstabe mit dem zweiten Buchstaben des Schlüsselwortes, und so weiter. Ist man beim letzten Buchstaben des Schlüsselwortes angekommen, so beginnt man wieder von vorne, dabei wird jeweils mit dem entspechenden Cäsarcode verschlüsselt.
Der Vigenèrecode ist deutlich sicherer als der Cäsarcode, und wurde seinerzeit sogar als "unlösbar" bezeichnet. Für einen codierten Text aus drei Buchstaben, gibt es bereits 15.625 verschiedene mögliche Klartexte. Schlimmer noch, wenn das Schlüsselwort beliebig lang angenommen werden kann, so gibt es zu jedem verschlüsselten Text und jedem Klartext gleicher Länge einen passenden Schlüssel. Alle Methoden den Vigenère Code zu knacken beruhen auf statistischen Analysen und dem Umstand, das das Schlüsselwort in der Regel relativ kurz ist. Um dir das Experimentieren mit dem Vigenèrequadrat zu erleichtern, hat der Alchemist den Kryptograph erschaffen. Außer mit den Lateinischen Großbuchstaben, kannst Du noch mit zwei anderen Alphabeten arbeiten, und damit Mails und SMS verschlüsseln.
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