Baumeister

Amakar

Das Bergdorf in der Burgruine

Das Dorf Amakar
Das Dorf Amakar liegt in den südlichen Ausläufern des Khâg, nicht weit von der Provinzhauptstadt Belgad entfernt. Da es auf den Ruinen einer alten Burg errichtet wurde unterscheidet es sich schon baulich von den meisten anderen Dörfern der Region. Die Burg Amakar wurde in den Orkkriegen fast völlig zerstört, und was übrig geblieben war, wurde zumeist zum Bau der Häuser verwandt. Aber einige der dicken, alten Mauern zeugen noch von der einst stolzen Feste, und das einzige zweistöckige Gebäude der Ansiedlung, der "Turm", hält die Erinnerung an die grausame Zeit bis heute wach.

Außerdem ist Amakar seit drei Generationen der Sitz des Dorfschulten, gewissermaßen die Repräsentanz der öffentlichen Ordnung für die Dörfer und Weiler der Umgebung, und zwischen März und Oktober findet hier einmal im Monat ein Markt statt. Dort tauschen nicht nur die Bauern der Umgebung ihre Waren, sondern auch einige fahrende Händler kommen regelmäßig vorbei, um Geschäfte zu machen.

Schließlich gibt es hier auch ein kleines Heiligtum, das von einem Priester gepflegt wird, und die "Burgtaverne", ein kleines Gasthaus. Trotz seiner relativen Bedeutung leben in Amakar nur zwei Freibauern, der Bauer Dorte und der Bauer Geg. Außer dem Dorfschulten Meister Rumwart, der Wirtin Maarit und dem Priester Numrin gibt es sonst nur arme Pachtbauern und Tagelöhner in Amakar, die zum Teil alleine, zum Teil mit ihren Familien unter beengten Verhältnissen ihr Dasein fristen. Im ganzen 82 Seelen, und ... Ach ja, fast hätten wir den alten Mong vergessen, aber ließ selbst.

Liste der Örtlichkeiten

AnfangA) Dorfplatz

Der Dorfplatz, einstmals Burghof, bildet das Zentrum von Amakar. Drei Wege führen von hier aus dem Dorf heraus: Das Tor, das Südtor, und eine Treppe an der Nordseite, die in das Viertel der Pachtbauern geht. An den Markttagen, die zwischen März und Oktober einmal monatlich stattfinden, sind alle freien Wände mit Ständen voll gestellt, und in der Mitte des Platzes verkaufen fahrende Händler ihre Waren vom Wagen herab. Aber die meiste Zeit im Jahr ist dies nur ein karger großer Platz auf dem kleine Kinder spielen. An der Nordseite des Platzes befindet sich der öffentliche Brunnen von Amakar. Eine natürliche Quelle speist ein großes Wasserbecken und eine Pferdetränke unter einem schönen neuen Holzdach, Relikte aus den Zeiten der Burg Amakar.

AnfangB) Taverne

Das Gasthaus "Burgtaverne" der Wirtin Maarit ist die einzige Wirtschaft in vielen Meilen Umkreis und wird von allen nur die Taverne genannt. Die Taverne hat einen großen Hof, in dem im Sommer Tische aufgestellt werden. Östlich davon befinden sich die Schankstube, die Küche mit einem tiefen, sehr alten Brunnen, ein Lagerraum und schließlich das Zimmer der Wirtin selbst. Zu ihrem Haus gehören außerdem noch zwei Anbauten, in denen Maarit mal Bedienstete, mal Gäste unterbringt.
Gewöhnlich sitzen in der Wirtschaft nur einige Pachtbauern aus Amakar bei einem Bier, aber an Markt- und Festtagen ist Maarit regelmäßig ausgebucht. An der Westmauer des Hofes werden dann Zelte aufgebaut, und wer nur wenig Geld hat bekommt in der Schankstube einen Platz.

AnfangC) Viertel der Pachtbauern

Im Nordteil von Amakar leben die meisten Einwohner. Dieser Teil des Dorfes liegt gegenüber dem Rest etwas erhöht, und vom Dorfplatz führen zwei Treppen zu den Hütten der armen Leute. Dicht gedrängt stehen hier eine Reihe von Langhäusern. Das ist die traditionelle Bauweise auf dem Lande, die nur einen Vorraum und ein "Zimmer" kennt, das gleichzeitig als Schlafstätte und als Küche dient. Einige diese Häuser sind kaum breiter als zwei Meter, und manchmal teilt sich eine sechsköpfige Familie einen Raum von 24 Quadratmetern.
Außer den beiden Treppen zum Dorfplatz gibt es noch eine Treppe, die an den Rand des Tales hinter dem Dorf führt. Im Norden gelangt man durch einen finsteren Durchgang zu einer weiteren Treppe, die von den Einheimischen die Pforte genannt wird.

AnfangD) Turm

Das einzige zweistöckige Gebäude von Amakar wird von den Bewohnern stolz der Turm genannt und ist tatsächlich der Stumpf eines alten Wachtturmes. Das Obergeschoss lässt sich über eine Treppe von außen erreichen, während das fensterlose Erdgeschoss nur über eine Falltür von oben zugänglich ist. Die beiden großen Räume bilden gemeinsam eine kommunale Scheune, in der die Pachtbauern den Großteil ihrer ärmlichen Erträge lagern. Der Schulte Meister Rumwart selbst wacht darüber, dass ein jeder nur das entnimmt, was er hinein getan hat.

AnfangE) Der Sund

Hinter dem Dorf im Norden befindet sich ein tiefer Einschnitt, der Der Sund genannt wird. Direkt am Dorf ist der Sund etwa vier Meter tief, und das Wasser des Dorfbrunnens fließt hier aus einer gemauerten Öffnung im Fels. Im Sund stinkt es immer nach Fäkalien, denn die Bewohner von Amakar schütten fast all ihr Abwasser hier fort. Allerdings weiß jedes Kind, dass es weiter unten im Sund geheime Gänge gibt, aber nur wenige haben es gewagt, sie zu betreten.

AnfangF) Haus des Großbauern Dorte

Bauer Dorte ist der vermögendste Mann in Amakar, und fast die Hälfte der Pachtbauern arbeitet auf seinem Grund. Zu seinem Besitz gehören zwei Scheunen außerhalb von Amakar und eine prächtige Halle im Haus. Wenn es wichtige Dinge zu besprechen gibt, sitzen die "Großen" von Amakar hier beisammen. Bei seinen Pächtern ist Dorte weder besonders beliebt noch besonders gehasst, und als Person ist er ein dicker ruhiger Mann, ohne besondere Ehrgeize, Laster oder Tugenden.

AnfangG) Bauer Geg

Zwischen den Vorfahren der Bauern Geg und Dorte gab es stets scharfe Rivalitäten, und niemals hat Gegs Vater dem alten Dorte nachgesehen, dass dieser schließlich als der reichere der beiden Bauern gelten musste. Nur wenig dieser Rivalität hatte sich auch auf die jungen Bauern übertragen, aber seit die Alten tot und begraben sind ist das Interesse an der alten Feindschaft noch weiter gesunken und beinahe schon ein Witz zwischen den Nachbarn. Geg hat eine große Familie und mehrere Bedienstete, mit denen er auf eher kleinem Raum lebt. Außerdem besitzt er wie Dorte eine Scheune außerhalb von Amakar.

AnfangH) Schulthaus

Meister Rumwart, der gegenwärtige Schulte, hat sein Amt von seinem Vater übernommen, der es von Gumwill entgegennahm, welcher bekanntlich ein Nachkomme des berühmten Helden Gomhilm war. Jedenfalls macht Meister Rumwart seine Sache gut, wird von seinem Herrn geschätzt, von den Pachtbauern respektiert, und von den Freien als Freund geschätzt.

AnfangI) Pforte

Ganz im Norden von Amakar führt eine Treppe zu einem Doppeltor hinauf, das von allen die Pforte genannt wird. Vielleicht lag am Fuße der Treppe unterhalb der Pforte einstmals ein Garten oder eine große Festhalle, jedenfalls sind die Tore mit aufwändigen, steinernen Reliefs gefasst. Das westliche Tor wird nachts zumeisst geschlossen und führt durch zwei dunkle Kammern, die als Lager genutzt werden, in das Viertel der Pachtbauern. Vom östlichen Tor steht nur noch der Torbogen. An einem Bauernhaus vorbei führt der Weg von hier zum Haupttor von Amakar.

AnfangK) Tor

Das große Tor von Amakar führ zwischen der Taverne und dem Turm hindurch auf den Dorfplatz. Das Tor kann geschlossen werden, aber in aller Regel unterbleibt dies.

AnfangL) Südtor

Das Südtor ist ein schmaler Durchgang, der durch eine schwere Tür verschlossen werden kann, wenn dies nötig ist. Ein Tonnengewölbe verbindet den Dorfplatz mit den Gärten vor dem Dorf, und auf der abgebrochenen Mauerkrone des Tores sprießt Gras.

AnfangM) Tempel

Der Priester Numrin, der den Tempel hütet, lebt von den Spenden der Gläubigen und der Gunst des Bauern Dorte. Er hat seine Hütte direkt neben dem Tempel und ist erst vor etwa zwanzig Jahren nach Amakar gekommen. Damals hat er den ältesten Sohn Dortes von einer schweren Krankheit geheilt, und sich so dessen Wohlwollen erworben. Der Tempel war tatsächlich schon zu Zeiten der Burg ein Heiligtum, und einige behauene Steine zeugen von noch älterer Herkunft, aber erst Numrin hat dies Stätte wieder hergerichtet und geschmückt. Zwischen dem Tempel und dem Schulthaus befinden sich noch einige Lagerhäuser, die Dorte als Scheunen an die Pachtbauern vermietet.

AnfangN) Der alte Mong

Vom alten Mong läßt sich nicht so richtig sagen ob er verrückt geworden ist, oder ob ihm nur das Alter ein paar Sachen durcheinander gebracht hat. Er steht zum Bauern Dorte in einer geheimnisvollen Beziehung, über die nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen wird. Jedenfalls lässt Dorte ihn in seiner Hütte direkt neben seiner Haustür wohnen, obwohl sie sich auf seinem Grund befindet und Dorte, ihn ohne weiteres vertreiben könnte.