RezensionCâmelot Fantasy Regelwerk(Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift Windgeflüster)
Super - wenn alle Regelwerke so schön aufgemacht wären, dann wäre es richtig einfach, sich mal ein Wochenende Zeit zu nehmen und seine Spielrunde mit einem neuen System zu überraschen. Symbole führen durch das Buch, verdeutlichen so bestens, wo die wichtigsten Passagen stehen, Tabellen fassen das ganze zusammen und die Regeln sind einfach und trotzdem realistisch. Das ganze System kommt mit 4W6 aus und lässt sich somit auch bei Tante Ernas langweiliger Geburtstagsfeier mit einer gewöhnlichen Spielesammlung bestreiten. Doch nun zum Inhalt. Auf den ersten Seiten wird in kompakter Weise die Charactererschaffung erklärt. Es gibt vier Rassen - Elben, Menschen, Zwerge und Orks - und die vier Ausrichtungen Ritter, Kämpfer, Hexen, und Magier. Diese lassen sich nun beliebig miteinander kombinieren. Die Character werden ausgewürfelt und lassen sich schnell erstellen. Die Welt Erea ist stark von Magie durchzogen und so können lediglich die Ritter keine Spruchmagie wirken, wohl aber Artefakte benutzen. Da sie rau ist, können sich Magier neben Zaubern auch mit Fäusten zur Wehr setzen, und so wird wohl keiner das Problem haben einen für die Spielrunde vollkommen unpassenden Character erschaffen zu haben. Auch der Spielablauf ist schön durchdacht. Es existieren für alle Bereiche (Proben, Kampf, Magie) Grundregeln für den Einstieg und erweiterte Regeln, die man nach zwei bis drei Spielabenden dazunehmen kann, wenn man mit diesen vollkommen vertraut ist. Das Probensystem funktioniert nach dem Prinzip würfele Würfel und addiere zum Ergebnis Modifikatioren. Wenn dann das Ergebnis größer oder kleiner als ein bestimmter Wert ist, gilt die Probe, der Angriff oder der Zauber als gelungen. Die Regeln sind tödlich, aber fair und realistisch. So haben neue Waffen einen Anfangsmalus und ein außergewöhnlich guter Schlag kann den Verlust von Gliedmaßen oder Schlimmeres zur Folge haben. Dabei bleiben die Regeln dennoch einfach und mit Hilfe kleiner Tabellen übersichtlich. Mittels Erfahrungspunkten können die Eigenschaften gesteigert werden. Zusätzlich gibt es ein Stufensystem. Beim Erreichen einer neuen Stufe steigen Lebens- und Zauberkraft woeiw eine Eigenschaft. Dabei können rein körperliche Merkmale (z.B. Sehkraft) nicht erhöht werden. Abgerundet wird das Werk durhc die Regionalbeschreibung des Königreichs Donegan und einem Einstiegsabenteuer. Sehr hübsch ist der leider etwas klein gedruckte Tabellenhanhang, in dem noch mal alle für das Spiel wichtigen Regeln zusammengefasst sind. Das Buch ist schön gelayouted, auch wenn ich die Illustrationen manchmal nicht ganz passend finde. Auch fehlt mir der Welt an sich etwas Innovatives, dennoch kann man rundherum nur von einem gelungenen neuen Werk am deutschen Rollenspielhimmel sprechen. Für alle, die sich zum Abschluß fragen, was denn dieses Câmelot mit den Rittern der Tafelrunde zu tun hat, denen sei veraten: nichts.
Quelle: Windgeflüster Nr. 51/Dez. 2002
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